Jeder Mensch hat einen Namen: Erinnern an den 9. November 1938

Jeder Mensch hat einen Namen: Erinnern an den 9. November 1938

Jeder Mensch hat einen Namen: Erinnern an den 9. November 1938

# Aktuelles aus der Gemeinde

Jeder Mensch hat einen Namen: Erinnern an den 9. November 1938

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden verwüstet, Menschen geschlagen, verhaftet und verschleppt. Auch in Spandau.

Die Synagoge am Lindenufer

Die Spandauer Synagoge stand an der Ecke Lindenufer und Kammerstraße. Sie wurde 1895 eingeweiht und hatte 296 Plätze. In der Pogromnacht wurde sie in Brand gesetzt und zerstört. Rabbiner Löwenstamm wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Er kam nur unter der Bedingung frei, dass er Deutschland verlässt, und floh nach England. Die jüdische Gemeinde in Spandau, 1929 noch rund 600 Mitglieder stark, wurde aufgelöst.

Jeder Mensch hat einen Namen

Heute erinnert das Mahnmal am Lindenufer an die Synagoge. Seit 2012 gehört eine Namensmauer dazu. In ziegelartige Steine sind die Namen von 115 jüdischen Spandauerinnen und Spandauern eingeprägt, die deportiert und ermordet wurden. Zwei Steine tragen die Aufschrift „UNBEKANNT“, für alle, deren Namen wir nicht kennen. Angestoßen hat die Namensmauer der Evangelische Kirchenkreis Spandau, bezahlt wurde sie vor allem durch Spenden von Menschen aus Spandau.

Ein Name aus Staaken

Einer dieser Namen führt zu uns: Julius Gerson lebte bis 1943 in Staaken, in der damaligen Straße 393. Der Freundeskreis der Dorfkirche Alt-Staaken hat die Patenschaft für seinen Stein übernommen.

Die Menschen auf diesen Steinen waren Nachbarinnen und Nachbarn. Sie gingen dieselben Wege und kauften in denselben Läden ein wie wir heute. Erinnern heißt für uns: Wir vergessen ihre Namen nicht und stehen heute dafür ein, dass Hass und Antisemitismus keinen Platz haben, in Spandau und überall.

„Einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll.“ (Jesaja 56,5)

Gedenken in Spandau

  • Montag, 9. November, 17 Uhr: Stationenweg „Auf den Spuren des jüdischen Geschäftslebens“. Schülerinnen und Schüler Spandauer Schulen führen durch die Altstadt. Treffpunkt ist der Marktplatz in der Spandauer Altstadt.
    Mehr beim Evangelischen Kirchenkreis Spandau

  • Dienstag, 10. November, 10 Uhr: Gedenkstunde zum 88. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 am Mahnmal Lindenufer, Lindenufer 6, an der Sternbergpromenade. Das Bezirksamt Spandau lädt gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und den evangelischen und katholischen Kirchen in Spandau ein. In diesem Jahr steht die Spandauer Familie Widawski im Mittelpunkt, Angehörige reisen dafür aus England an.
    Mehr beim Evangelischen Kirchenkreis Spandau
    Pressemitteilung des Bezirksamts Spandau

Wir laden herzlich ein, mitzukommen und gemeinsam zu erinnern.

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