02/06/2026 0 Kommentare
Ein Fest der Verbundenheit: Partnerschaftssonntag mit der Kana-Gemeinde in Tanga
Ein Fest der Verbundenheit: Partnerschaftssonntag mit der Kana-Gemeinde in Tanga
# Aktuelles aus der Gemeinde

Ein Fest der Verbundenheit: Partnerschaftssonntag mit der Kana-Gemeinde in Tanga
„Ein Mensch wird nur durch andere Menschen zum Menschen.“
— Desmond Tutu*
Manche Verbindungen halten ein Leben lang, manche Begegnungen sind nur für kurze Zeit. Unsere Partnerschaft mit der Kana-Gemeinde in Tanga gehört eindeutig zur ersten Kategorie. In sechs Jahren könnten wir gewissermaßen Goldene Hochzeit feiern. Bereits seit 44 Jahren sind unsere Gemeinden gemeinsam unterwegs. Durch Höhen und Tiefen, durch Zeiten enger Begegnung und Phasen großer Herausforderungen. Eben so, wie es sich für eine gute und lebendige Beziehung gehört.
Am vergangenen Sonntag haben wir diese besondere Verbindung wieder miteinander gefeiert. Traditionell findet der Partnerschaftsgottesdienst am Sonntag Trinitatis statt. Ein passender Termin, geht es doch auch im christlichen Glauben um Beziehung, Gemeinschaft und Verbundenheit. Rund 80 Menschen kamen zum festlichen Gottesdienst zusammen. Unter ihnen waren viele, die die Partnerschaft seit Jahren oder sogar Jahrzehnten begleiten, aber auch Menschen, die sich neu auf den Weg machen.

Ein besonderer Bestandteil dieses Gottesdienstes ist der Predigttausch zwischen den Partnergemeinden. Pfarrer Johannes Herzer trug in Staaken die Predigt aus Tanga vor; umgekehrt wurde in Tanga die Predigt aus Staaken gelesen. So hören beide Gemeinden am selben Sonntag auf die Stimme der jeweils anderen Gemeinde.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von Capella Vocale begleitet. Der lebendige Gesang, die festliche Atmosphäre und der gemeinsame Auszug aus der Kirche machten deutlich, dass dieser Sonntag nicht nur ein Rückblick war, sondern ein fröhliches Fest gelebter Gemeinschaft.

Pfarrer i.R. Cord Hasselblatt spielt nach dem Gottesdienst Klavier
Besonders bewegend war, wie viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter der Partnerschaft an diesem Tag dabei waren. Gerda Nitschke, die die Partnerschaft mitbegründet hat, konnte ebenso begrüßt werden wie Cord Hasselblatt, der die Verbindung über viele Jahre aufgenommen, weitergeführt und auch durch schwierige Zeiten getragen hat. Auch Lothar Bärsch, ehemaliger Diakon unserer Gemeinde, Franziska Brühl, Tobias Kirschnik, Jutta und Wolfgang Bendt sowie Jutta Ang’ani gehörten zu den Menschen, die an diesem Sonntag sichtbar machten, wie viele persönliche Geschichten und Engagement mit der Partnerschaft verbunden sind.
Manche haben Reisen nach Tanga begleitet, manche haben selbst längere Zeit dort gelebt, andere haben über Jahre hinweg im Hintergrund mitgetragen, organisiert und unterstützt. Auf tansanischer Seite stehen besonders Menschen wie Joshua und Godfrey für diese gewachsene Verbindung. Cord Hasselblatt betonte noch einmal, wie prägend Godfrey für die Partnerschaft ist. Umso schöner ist es, dass Godfrey im Juni bei uns in der Gemeinde zu Gast ist und Begegnungen und Gespräche möglich macht.

Christian Steinhauer (l.) und Gerda Nitschke (r.)
Nach dem Gottesdienst ging das Fest in ein gemeinsames Beisammensein über. Bei Getränken, Mandazi und weiteren Speisen war Zeit für Begegnung und Austausch. Anschließend kamen in einer Erzählrunde in der Kirche Gerda Nitschke, Cord Hasselblatt, Godfrey Sawe und Christian Steinhauer miteinander und der Gemeinde ins Gespräch. Dabei ging es um die Geschichte der Partnerschaft, um persönliche Erinnerungen, um prägende Begegnungen und auch darum, was eine solche Beziehung über Jahrzehnte trägt.
Eine zentrale Erkenntnis aus diesem Gespräch formulierten besonders Cord Hasselblatt und Jutta Ang’ani: Eine Partnerschaft über so viele Jahre lebt nicht von selbst. Sie lebt durch persönliche Beziehungen, durch Menschen, denen es wichtig ist, im Kontakt zu bleiben, einander nicht aus dem Blick zu verlieren und auch dann miteinander verbunden zu bleiben, wenn äußere Umstände schwierig werden.
Gerade darin liegt vielleicht das Geheimnis dieser 44 Jahre. Die Partnerschaft zwischen Staaken und Tanga wurde nie nur als Projekt verstanden, sondern als Beziehung. Sie lebt nicht zuerst von Programmen, Reisen oder Strukturen, sondern von Menschen, die einander wichtig geworden sind.
Später wurde gemeinsam zu Mittag gegessen. Mit afrikanischen Gerichten und viel Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. So wurde aus dem Gottesdienst ein Festtag, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Partnerschaft auf besondere Weise zusammenkamen.
Denn diese Partnerschaft lebt nicht nur von dem, was einmal war. Sie wird weitergeführt. In wenigen Wochen erwarten wir den Besuch einer tansanischen Jugendgruppe. Im August reist dann eine größere Gruppe aus Staaken nach Tanga, darunter viele Jugendliche sowie Christian Steinhauer, Diakonin Michelle Klose, Gemeindepädagogin Julia Wagner, Superintendent Florian Kunz und weitere Mitreisende. Auch darin zeigt sich: Die Partnerschaft bleibt lebendig, weil immer wieder neue Menschen bereit sind, sich auf Begegnung einzulassen.
Ein großer Dank gilt dem Partnerschaftsausschuss, der diese Verbindung über das Jahr hinweg begleitet und trägt. Stellvertretend sei Christian Steinhauer besonders genannt, der den Partnerschaftssonntag mit großem Engagement vorbereitet und gestaltet hat. Ebenso danken wir der Kana-Gemeinde in Tanga und allen, die diese Beziehung auf beiden Seiten mit Leben füllen.
Wer mehr über die Partnerschaft erfahren möchte, findet weitere Informationen auf unserer Partnerschaftsseite. Weiter unten hier werden auch die Predigten aus Staaken und Tanga sowie eine Bildergalerie zum Partnerschaftssonntag verlinkt.
Wer sich selbst in die Partnerschaftsarbeit einbringen möchte, kann sich gerne an den Partnerschaftsausschuss wenden oder über info@kirchengemeinde-staaken.de Kontakt aufnehmen. Die Anfrage wird dann entsprechend weitergeleitet.
Der Partnerschaftssonntag hat gezeigt: Die Verbindung zwischen Staaken und Tanga ist nicht nur Erinnerung an 44 gemeinsame Jahre. Sie ist eine lebendige Beziehung, getragen von Menschen, die sich begegnen, einander zuhören, voneinander lernen und gemeinsam unterwegs bleiben. Oder mit Worten von Desmond Tutu gesagt: Wir sind nur in Beziehungen Menschen.
*Desmond Tutu (1931-2021), als anglikanischer Erzbischof von Kapstadt Primus der Church of South Africa und als Menschenrechtsaktivist Friedensnobelpreisträger, ab 1995 war er Vorsitzender der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission.
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